Mutter Schuster ist im Jahr 1999 im Alter von 92 Jahren gestorben.


Am Rande einer sehr großen Kleinstadt in Norddeutschland hinterlässt sie ein sanierungsbedürftiges Steinhaus, zwei weitere Holzschuppen und ein 1.400 qm großes Grundstück. Eine Gruppe natur- und kulturbegeisterter Menschen im Alter von zehn bis 50 Jahren macht sich die Mühe, das Haus, die Schuppen und den Garten wieder nutzbar zu machen: Zum Anpflanzen leckerer Tomaten und Erdbeeren, zum Musizieren, für Partys, Fressgelage, Schwitzzelte, Sauforgien, Meditationen, Nacktgärtnerei, Vollmondbeschwörungen, Lesungen, Koch- und Grillaktionen, Trommelsessions, Fahrradreparaturen, Klanginstallationen Bauen ...

Freie Republik

Mutter Schuster wird zu einer Heimat zivilisationsgenervter Post-Hippies, verstoßener Kleingangster, laut andersdenkender Literaten, Subproletariern, linker Intellektueller aber auch vorurteilsfreier Kleingärtner und liberaler Familienverbünde. Eine freie Republik, die allenfalls mittelbar den Anspruch erhebt, die Welt da draußen zu verändern, indem sie einen Mikrokosmos schafft - eine Gegenwelt lebt oder lebbar macht. Das Klima ist geprägt von Hyperaktivität, Aktionismus und Energie. Faulenzer und Müßiggänger kommen kaum zur Ruhe, Laberköpfe und engstirnige Moralapostel sind schlicht fehl am Platz.

                                                                 

Der "versteckte Garten"

Wie die Tomaten, Himbeeren, Erdbeeren und Pfirsiche sind die Stimmungen und Dinge vor Ort ständig im Entstehen und Neu-Entstehen, Wachsen und Gedeihen, Verblühen und Vergehen. Das Improvisierte und Provisorische prägen das Herz und die Seele dieses „versteckten Gartens“.                                           

                                                             

Gestalten, erhalten, leben

Auf der Basis gegenseitigen Respekts finden sich Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Greise unterschiedlicher Herkunft zusammen, um zu gestalten, aufzubauen, zu erhalten und zu leben. Gesellschaftliche Zwänge, die allein dem Erhalt bestehender imperialer Ansprüche dienen, bleiben an der Pforte zurück und werden durch neue Verknüpfungen, Ideen und Weltvorstellungen ersetzt. Jeder ist Teil der Gemeinschaft und wirkt auf sie ein. Es gibt keine Verbindlichkeiten, keine festen Gruppen, keine festen Termine. Der Tag und das Werk werden immer wieder neu durch die jeweils anwesenden Menschen geprägt.